Symposium Trauma & Spiel
30.10. @ 15:00 – 31.10. @ 18:00
10 Jahre Weinberg Institut stehen ins Haus. Zugleich wird die Begründerin der traumbezogenen Spieltherapie und des Weinberg Instituts in den wohlverdienten Ruhestand gehen. Wir schmeißen ein Abschiedssymposium!
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Ausführliche Programmbeschreibung:
Damit die Auswahl für unser tolles Programm etwas leichter fällt, stellen wir in folgenden Drop-Down-Menüs unsere Workshops und Dozierenden kurz vor. Bitte beachten Sie, dass die Welcome Workshops am Freitag und das Meet&Greet-Dinner optional geplant sind und seperat zum Symposiumstag am Samstag hinzu gebucht werden können.
Welcome Workshops – Freitag 15-18 Uhr
F1) Heidi Zorzi: Personzentrierte Psychotherapie mit komplex traumatisierten Jugendlichen
Aus der Verbindung von personzentrierter Spieltherapie, tiefenpsychologischer Psychotherapie und Dorothea Weinbergs Konzept der „traumabezogenen Spieltherapie“ kristallisieren sich Prinzipien für die Arbeit mit komplex traumatisierten Jugendlichen heraus. Diese werden ergänzt durch Stressor-verarbeitende Interventionen, Techniken und Übungen für jugendliche Klient:innen. Im letzten Teil des Workshops kann ein Fall supervisorisch begleitet werden. Heidi Zorzi ist Dipl. Psychologin, forensische Sachverständige und niedergelassen als Kinder und Jugendlichen-Psychotherapeutin in Regensburg. Sie ist langjähriges Mitglied und organisatorisches Herzstück des Weinberg Teams (und manchmal emotionale Rettung des Leitungsteams). Sie ist Autorin des Buchs „Psychotherapie mit komplex traumatisierten Jugendlichen“ (Klett-Cotta, 2019). Mehr Informationen zu Heidi Zorzi finden sich in der Team-Vorstellung des Weinberg Instituts.F2) Andrea Wohlfahrt: Yoga – Selbstfürsorge in der Arbeit mit Kinder und Jugendlichen
Wenn man mit traumatisierten Kindern und Jugendlichen arbeitet, hat man es oft selbst mit belastenden Emotionen zu tun. Umso wichtiger ist eine gute Pflege der eigenen Seele und ein guter Umgang mit sich selbst. Yoga ist ein Weg, um sich immer wieder zu erden und einen Raum zu schaffen, mit Körper und Psyche in Verbindung zu kommen. Im Workshop soll die Wirkweise von Yoga auf Körper und Psyche erläutert und in praktischen Elementen aus dem Yoga (einfache Körper- und Atemübungen) erfahrbar gemacht werden. Es soll auch darauf eingegangen werden, in welcher Form diese auch in die Therapie mit traumatisierten Kindern und Jugendlichen integriert werden können. Andrea Wohlfahrt ist tiefenpsychologisch fundierte und personenzentrierte Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin. Sie ist mit Schwerpunkt traumabezogener Spieltherapie in eigener Praxis in Dresden tätig.F3) Julia Häcker/ Janek Roisch: Handlungskompetenz in der traumabezogenen Spieltherapie (inklusive Fallsupervision)
Wann ist welche Methode dran, in der Spieltherapie mit Kindern? Ausgehend von einem theoretischen Input als theoriegeleiteter Entscheidungshilfe, schauen wir supervisorisch auf konkrete Fälle der Teilnehmenden. Die Fallsupervision erfolgt theoretisch und im Fishbowl-Format mit konkreter szenischer Inszenierung. Zur Fallsupervision hoffen wir auf die aktive Teilnahme von Dorothea Weinberg. Krankheitsbedingt kann diese Entscheidung aber erst am Workshoptag selbst fallen. Julia Häcker und Janek Roisch leiten die Weinberg Institut GbR und sind als Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut*innen und Dozierende für traumabezogene Spieltherapie tätig. Ausführlichere Informationen zu beiden Referent*innen finden sich in der Team Beschreibung.
F4) Judith Maschke:
Psychodramatische Spiele mit Kindern, Jugendlichen und Familien
In diesem praxisorientierten Workshop erwartet Sie ein buntes Buffet unterschiedlicher attraktiver Spielideen für die Einzel-, Gruppen- und Familienarbeit mit Leichtigkeit und Tiefgang. Alle Spiele sind einfach umsetzbar und erfordern keine Vorkenntnisse in Psychodrama.
Judith Maschke ist Diplom-Sozialarbeiterin (FH), Spiel- und Theaterpädagogin, Psychodrama-Kindertherapeutin (DFP/PDH), Coach und Supervisorin (DGSv) und Gesellschafterin des Moreno Instituts Stuttgart. Sie verfügt über langjährige psychodramatische Erfahrung in der Einzel- und Gruppentherapie mit Kindern und Jugendlichen, in der Aus- und Weiterbildung psychosozialer Berufe und ist Lehrbeauftragte für Psychodrama mit Kindern, Jugendlichen und Familien der Dualen Hochschule Baden-Württemberg. Freie Praxis in Stuttgart.
Fachvortrag von Thomas Hensel – Samstag 10:30 Uhr
Fachvortrag) Thomas Hensel:
Warum die Traumabezogene Spieltherapie eine Personzentrierte Psychotherapie ist
Der Vortrag soll verdeutlichen, dass der scheinbare Unterschied zwischen der aktiv strukturierenden Traumabezogenen Spieltherapie und der oft als non-direktiv verstandenen Personzentrierten Psychotherapie mit Kindern und Jugendlichen in Wirklichkeit nicht besteht.
Thomas Hensel ist Diplom-Psychologe, Psychologischer Psychotherapeut, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut. Er war in eigener Praxis in Offenburg tätig und ist Mitbegründer des »Kinder Trauma Institut« (KTI), das er viele Jahre geleitet hat und Autor mehrerer Fachbücher zur Kindertraumatherapie, u.a. Stressorbasierte Psychotherapie, ReSoNat (mit Regina Hiller), Traumatherapie bei Kindern und Jugendlichen (mit Markus Landolt), in diesem Jahr erscheint sein neues Buch: Praxishandbuch EMDR mit Kindern und Jugendlichen.
Fachvortrag) Thomas Hensel:
Warum die Traumabezogene Spieltherapie eine Personzentrierte Psychotherapie ist
Der Vortrag soll verdeutlichen, dass der scheinbare Unterschied zwischen der aktiv strukturierenden Traumabezogenen Spieltherapie und der oft als non-direktiv verstandenen Personzentrierten Psychotherapie mit Kindern und Jugendlichen in Wirklichkeit nicht besteht.
Thomas Hensel ist Diplom-Psychologe, Psychologischer Psychotherapeut, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut. Er war in eigener Praxis in Offenburg tätig und ist Mitbegründer des »Kinder Trauma Institut« (KTI), das er viele Jahre geleitet hat und Autor mehrerer Fachbücher zur Kindertraumatherapie, u.a. Stressorbasierte Psychotherapie, ReSoNat (mit Regina Hiller), Traumatherapie bei Kindern und Jugendlichen (mit Markus Landolt), in diesem Jahr erscheint sein neues Buch: Praxishandbuch EMDR mit Kindern und Jugendlichen.
Workshops „Perspektiven auf Trauma und Spiel“ – Samstag 12 Uhr
F1) Kati Bohnet:
Trauma und Spiel – Somatic Experiencing® und die Physiologie von Sicherheit
Spielen ist ein neurobiologischer Zustand. In diesem Workshop schauen wir auf den Zusammenhang von Trauma und Spiel aus der Perspektive von Somatic Experiencing® und der Polyvagaltheorie. Ich gebe eine kurze Einführung in zentrale Aspekte der Polyvagaltheorie, in Überlebensimpulse und in die physiologischen Bedingungen, die es braucht, damit Spiel möglich wird. Sicherheit steht dabei im Mittelpunkt: Wie entsteht sie im Nervensystem? Und was geschieht, wenn sie fehlt? Wir betrachten, wie traumatische Erfahrungen Spiel beeinflussen können – und wie Spiel unter sicheren Bedingungen wieder zugänglich wird. Kleine somatische Impulse laden dazu ein, die Inhalte auch körperlich nachzuvollziehen.
Kati Bohnet ist Diplom Mathematikerin und Heilpraktikerin für Psychotherapie mit einem Schwerpunkt in traumasensibler Körpertherapie und Somatic Experiencing. Sie ist Gründerin des Helpers Circle und Autorin verschiedener Bücher zur Selbstregulation: Nervenstark Verbunden, Die Reise des Schmetterlings, Jona ist wütend, Sieben Wochen somatische Achtsamkeit.
Mehr zu Kati Bohnet auf katibohnet.de
A2) Reinert Hanswille:
Systemische Traumatherapie – ohne die Familie geht nichts.
In diesem Workshop sollen Ideen vorgestellt und diskutiert werden, wie das System Familie Kinder und Jugendliche, die unter einer Traumafolgestörung leiden, unterstützen kann wieder ins Leben zurück zu finden. Es sollen einzelne Ideen vorgestellt und diskutiert werden, wie Eltern und Geschwister den therapeutischen Prozess begleiten und unterstützen können. Wie Muster die die traumabezogenen Symptome eher unterstützen und möglicherweise chronifizieren, unterbrochen werden können und entwicklungsfördernde, kooperative Muster in den Familien entstehen können.
Reinert Hanswille ist verhaltenstherapeutischer und systemischer Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut, Paar- und Familientherapeut und Gesellschafter des Instituts für systemische Familientherapie & Organisationsentwicklung.
A3) Manuela Maiworm und Rike Hollick:
Besonderheiten der personzentrierten Spieltherapie mit Kindern mit traumatischen Erfahrungen
Aus personzentrierter Perspektive kann jede Spieltherapie traumatherapeutische Elemente beinhalten, diese müssen nicht explizit sein. Als Voraussetzung für einen gelingenden Therapieprozess stehen die Gestaltung der Beziehung und das Vertrauen in die Entwicklung des Kindes im Vordergrund. Auf dieser Basis stellt sich dann zum einen die Frage nach der Aktivität der Therapeutenperson, zum anderen ist die Reflexion des therapeutischen Fokus´ und der Interaktionsgestaltung von großer Bedeutung. Im Workshop wollen wir dazu einladen, sich mit diesem Blick dem kindlichen Spielprozess und den darin enthaltenen Wirkfaktoren gerade im Hinblick auf traumatisches Erleben des Kindes zu nähern.
Manuela Maiworm ist Psychologische Psychotherapeutin und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin in eigener Praxis und Supervisorin. Mutter von zwei Töchtern und einem Sohn.
Rike Hollick ist Psychologische Psychotherapeutin, arbeitet in eigener Praxis für Kinder, Jugendliche und Erwachsene, ist Lehrbeauftragte der Philipps-Universität Marburg, Ausbilderin in Personzentrierter Beratung und Psychotherapie mit Kindern und Jugendlichen und deren Bezugspersonen (GwG), Ausbilderin in Personzentrierter Familienberatung / Familientherapie (GwG) und Supervisorin DGSv. Sie ist verheiratet und hat 4 Töchter.
A4) Michael Naumann-Lenzen: Psychodynamisch orientierte Traumatherapie mit Kindern
Eines der größten Probleme in einer wirksamen, ursächlich ausgerichteten Traumaarbeit mit Kindern besteht in der fokalen Ansprache und im Prozessieren der traumautogenen Ereignisse. Erfahrungsgemäß gelingt dies kaum oder nur ansatzweise im Rahmen einer verbalen Ansprache, zumal Kinder diese Art von Konfrontation in aller Regel verweigern. Deshalb bietet sich in der Arbeit mit Kindern der Weg der metaphorischen Bearbeitung im Spiel als ‚Königsweg‘ an. Der immense Vorteil hierbei liegt in folgendem: Im Spiel werden mental und somatoform Traumanetzwerke einerseits gleichsam metaphorisch aktualisiert, indem sie unbewußt ‚erkannt‘ und agiert werden, ohne daß jedoch sie als solche ausdrücklich benannt werden müssen. Dieser Umstand macht sie für das Kind tolerabel. Im Traumaspiel sucht das kindliche Gehirn dann – tatsächlich sein gesamter Organismus – mit unserer Hilfe im sicheren therapeutischen Raum nach neuen Lösungen, die durch Wiederholung in der Therapie sowie Absicherung im äußeren Milieu eingeübt werden. Psychodynamisch implementiert ist diese Herangehensweise insofern, als sie sich u.a. auf Konzepte aus der psychodynamischen Tradition bezieht (z.B. Traumaschema / traumakompensatorisches Schema).
Es werden grundlegende Funktionsmodi der Traumaverarbeitung vorgestellt, die aber insbesondere anhand von Fallvignetten plausibilisiert werden. Entsprechend dem Format eines Workshops soll hinreichend Raum für Diskussion geboten werden.
Michael Naumann-Lenzen, Dipl.-Päd., ist analytischer Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut und lebt in Göttingen. Er ist Traumatherapeut, Dozent und Supervisor am Kölner Institut für Psychoanalyse und Psychotherapie im Rheinland. Er ist Herausgeber von Psychodynamisches Denken und Handeln in der Psychotherapie (mit Eckhart Neumann).
A5) Kerstin Stellermann-Strehlow:
EMDR
Wie lässt sich EMDR spieltherapeutisch umsetzen? Der Vortrag zeigt, wie spielerische Interventionen den EMDR-Prozess bei Kindern unterstützen können und umgekehrt. Praxisbeispiele veranschaulichen die Integration beider Ansätze in der Traumatherapie.
Kerstin Stellermann-Strehlow, Fachärztin für Kinder und Jugendpsychiatrie, -psychosomatik und -psychotherapie und als Dozentin und Supervisorin für Kinder- und Jugendpsychotherapeut:innen im ambulanten und klinischen Setting tätig sowie insbesondere im Bereich EMDR (EMDR Europe), Kinderschutz, Flüchtlinge sowie Psychotraumatologie tätig. Sie hat viele Jahre mit Thomas Hensel gemeinsam das Kindertraumainstitut geleitet. Seit 2025 ist sie in Nebentätigkeit an der Uniklinik des Saarland als wissenschaftliche Mitarbeiterin im Bereich: Traumatherapie – Kinderschutz – Childhood-Haus tätig. Ebenfalls seit 2025 ist sie vollsselbstständig mit ihrem DeGPt-zertifizierten Fortbildungsinstitut KST-Traumahilfe.
F1) Kati Bohnet: Trauma und Spiel – Somatic Experiencing® und die Physiologie von Sicherheit
Spielen ist ein neurobiologischer Zustand. In diesem Workshop schauen wir auf den Zusammenhang von Trauma und Spiel aus der Perspektive von Somatic Experiencing® und der Polyvagaltheorie. Ich gebe eine kurze Einführung in zentrale Aspekte der Polyvagaltheorie, in Überlebensimpulse und in die physiologischen Bedingungen, die es braucht, damit Spiel möglich wird. Sicherheit steht dabei im Mittelpunkt: Wie entsteht sie im Nervensystem? Und was geschieht, wenn sie fehlt? Wir betrachten, wie traumatische Erfahrungen Spiel beeinflussen können – und wie Spiel unter sicheren Bedingungen wieder zugänglich wird. Kleine somatische Impulse laden dazu ein, die Inhalte auch körperlich nachzuvollziehen. Kati Bohnet ist Diplom Mathematikerin und Heilpraktikerin für Psychotherapie mit einem Schwerpunkt in traumasensibler Körpertherapie und Somatic Experiencing. Sie ist Gründerin des Helpers Circle und Autorin verschiedener Bücher zur Selbstregulation: Nervenstark Verbunden, Die Reise des Schmetterlings, Jona ist wütend, Sieben Wochen somatische Achtsamkeit. Mehr zu Kati Bohnet auf katibohnet.deA2) Reinert Hanswille: Systemische Traumatherapie – ohne die Familie geht nichts.
In diesem Workshop sollen Ideen vorgestellt und diskutiert werden, wie das System Familie Kinder und Jugendliche, die unter einer Traumafolgestörung leiden, unterstützen kann wieder ins Leben zurück zu finden. Es sollen einzelne Ideen vorgestellt und diskutiert werden, wie Eltern und Geschwister den therapeutischen Prozess begleiten und unterstützen können. Wie Muster die die traumabezogenen Symptome eher unterstützen und möglicherweise chronifizieren, unterbrochen werden können und entwicklungsfördernde, kooperative Muster in den Familien entstehen können. Reinert Hanswille ist verhaltenstherapeutischer und systemischer Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut, Paar- und Familientherapeut und Gesellschafter des Instituts für systemische Familientherapie & Organisationsentwicklung.A3) Manuela Maiworm und Rike Hollick: Besonderheiten der personzentrierten Spieltherapie mit Kindern mit traumatischen Erfahrungen
Aus personzentrierter Perspektive kann jede Spieltherapie traumatherapeutische Elemente beinhalten, diese müssen nicht explizit sein. Als Voraussetzung für einen gelingenden Therapieprozess stehen die Gestaltung der Beziehung und das Vertrauen in die Entwicklung des Kindes im Vordergrund. Auf dieser Basis stellt sich dann zum einen die Frage nach der Aktivität der Therapeutenperson, zum anderen ist die Reflexion des therapeutischen Fokus´ und der Interaktionsgestaltung von großer Bedeutung. Im Workshop wollen wir dazu einladen, sich mit diesem Blick dem kindlichen Spielprozess und den darin enthaltenen Wirkfaktoren gerade im Hinblick auf traumatisches Erleben des Kindes zu nähern. Manuela Maiworm ist Psychologische Psychotherapeutin und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin in eigener Praxis und Supervisorin. Mutter von zwei Töchtern und einem Sohn. Rike Hollick ist Psychologische Psychotherapeutin, arbeitet in eigener Praxis für Kinder, Jugendliche und Erwachsene, ist Lehrbeauftragte der Philipps-Universität Marburg, Ausbilderin in Personzentrierter Beratung und Psychotherapie mit Kindern und Jugendlichen und deren Bezugspersonen (GwG), Ausbilderin in Personzentrierter Familienberatung / Familientherapie (GwG) und Supervisorin DGSv. Sie ist verheiratet und hat 4 Töchter.A4) Michael Naumann-Lenzen: Psychodynamisch orientierte Traumatherapie mit Kindern
Eines der größten Probleme in einer wirksamen, ursächlich ausgerichteten Traumaarbeit mit Kindern besteht in der fokalen Ansprache und im Prozessieren der traumautogenen Ereignisse. Erfahrungsgemäß gelingt dies kaum oder nur ansatzweise im Rahmen einer verbalen Ansprache, zumal Kinder diese Art von Konfrontation in aller Regel verweigern. Deshalb bietet sich in der Arbeit mit Kindern der Weg der metaphorischen Bearbeitung im Spiel als ‚Königsweg‘ an. Der immense Vorteil hierbei liegt in folgendem: Im Spiel werden mental und somatoform Traumanetzwerke einerseits gleichsam metaphorisch aktualisiert, indem sie unbewußt ‚erkannt‘ und agiert werden, ohne daß jedoch sie als solche ausdrücklich benannt werden müssen. Dieser Umstand macht sie für das Kind tolerabel. Im Traumaspiel sucht das kindliche Gehirn dann – tatsächlich sein gesamter Organismus – mit unserer Hilfe im sicheren therapeutischen Raum nach neuen Lösungen, die durch Wiederholung in der Therapie sowie Absicherung im äußeren Milieu eingeübt werden. Psychodynamisch implementiert ist diese Herangehensweise insofern, als sie sich u.a. auf Konzepte aus der psychodynamischen Tradition bezieht (z.B. Traumaschema / traumakompensatorisches Schema). Es werden grundlegende Funktionsmodi der Traumaverarbeitung vorgestellt, die aber insbesondere anhand von Fallvignetten plausibilisiert werden. Entsprechend dem Format eines Workshops soll hinreichend Raum für Diskussion geboten werden. Michael Naumann-Lenzen, Dipl.-Päd., ist analytischer Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut und lebt in Göttingen. Er ist Traumatherapeut, Dozent und Supervisor am Kölner Institut für Psychoanalyse und Psychotherapie im Rheinland. Er ist Herausgeber von Psychodynamisches Denken und Handeln in der Psychotherapie (mit Eckhart Neumann).A5) Kerstin Stellermann-Strehlow: EMDR
Wie lässt sich EMDR spieltherapeutisch umsetzen? Der Vortrag zeigt, wie spielerische Interventionen den EMDR-Prozess bei Kindern unterstützen können und umgekehrt. Praxisbeispiele veranschaulichen die Integration beider Ansätze in der Traumatherapie. Kerstin Stellermann-Strehlow, Fachärztin für Kinder und Jugendpsychiatrie, -psychosomatik und -psychotherapie und als Dozentin und Supervisorin für Kinder- und Jugendpsychotherapeut:innen im ambulanten und klinischen Setting tätig sowie insbesondere im Bereich EMDR (EMDR Europe), Kinderschutz, Flüchtlinge sowie Psychotraumatologie tätig. Sie hat viele Jahre mit Thomas Hensel gemeinsam das Kindertraumainstitut geleitet. Seit 2025 ist sie in Nebentätigkeit an der Uniklinik des Saarland als wissenschaftliche Mitarbeiterin im Bereich: Traumatherapie – Kinderschutz – Childhood-Haus tätig. Ebenfalls seit 2025 ist sie vollsselbstständig mit ihrem DeGPt-zertifizierten Fortbildungsinstitut KST-Traumahilfe.
Workshops: „Über den Tellerrand der traumabezogenen Spieltherapie“ – Samstag 15:45 Uhr
B1) Julia Häcker: STI+Wunscherfüllende Geschichten=Albtraumarbeit
In diesem Seminar steigen wir in kleine Elemente spezifischer Methoden von Dorothea Weinberg (Strukturierte Trauma Intervention-STI und wunscherfüllende Geschichten) ein, um daraus eine Form der Albtraumarbeit zu entwickeln. Gemeinsam probieren wir dies an eigenen Ideen/Geschichten in Kleingruppen aus. Julia Häcker ist Dipl. Soz. Päd. und als verhaltenstherapeutische Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin mit Schwerpunkt in Spieltherapie niedergelassen in eigener Praxis in Dresden. Referentin im Rahmen der Ausbildung Psychotherapie und Supervisorin. Seit 2017 Lehrdozentin für das Weinberg-Institut. Seit 2025 Leitung des Weinberg Instituts.B2) Cornelia Lippegaus: Impulse für die Traumapädagogik
Das Spiel ist die Sprache des Kindes. Traumatische Bindungsbelastungen beeinflussen das kindliche Gefühl von innerer und äußerer Sicherheit, die Bindungserwartungen und ihr Spiel. Der Workshop lädt dazu ein, den Blick in unterschiedlichen traumapädagogischen Arbeitsfeldern auf das kindliche Spiel zu richten, die besonderen Bedürfnisse der Kinder nach Schutz und Sicherheit wahrzunehmen, passende Spielräume und Ausdrucksmöglichkeiten anzubieten und das Spiel traumasensibel zu begleiten. Einige der von Dorothea Weinberg entwickelten Interventionen zur traumabezogenen Spieltherapie lassen sich in unterschiedlichen Spielkontexten hilfreich einsetzen. Möglichkeiten der Umsetzung werden vorgestellt und konkretisiert. Cornelia Lippegaus ist Diplom Heilpädagogin und Traumapädagogin für Körper, Ressourcen, Systemorientierte Traumatherapie. Seit 2000 tätig in freier Praxis in Minden, Schwerpunkte: bindungsorientierte und traumapädagogische Beratung, traumabezogene Spieltherapie, Fortbildungen und Fallberatungen in den Bereichen Bindung und Trauma. Gemeinsam mit Sabine Haupt-Scherer hat sie das Buch „Ich sehe dich und bin für dich da! : bindungsorientierte Pädagogik in der Kinder- und Jugendarbeit“ geschrieben. Seit vielen Jahren hat das Weinberg Institut das Glück, sie als Teammitglied und Dozentin an Bord zu haben.B3) Hildegard Steinhauser: Entwicklung zu einer „genügend guten“ Therapeutin
Wir werden uns mit der Frage „Wie gestalte ich meinen Weg in der Balance zwischen einem „gesund-glücklich-zufriedenen Menschen“ und einer „genügend guten Therapeutin“ beschäftigen. Dabei richten wir unseren Blick einerseits auf unsere persönlichen Lebensqualitäten und-strukturen und Anregungen zur Fürsorge mit uns selbst. Andererseits fokussieren wir die Gestaltung der therapeutischen Beziehung unter Berücksichtigung der von Grawe gefundenen Wirkfaktoren und deren Umsetzung auf die Kinder -und Jugendlichenpsychotherapie. Da wir für diese interessante Fragestellung und die damit verbundenen Themenkomplexe wenig Zeit zur Verfügung haben, werden wir überall ein bisschen hinein-„schnuppern“. Hildegard Steinhauser ist Dipl. Päd. und verhaltenstherapeutische sowie personenzentrierte Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin mit eigener (Lehr-) Praxis seit Augsburg. Sie ist Ausbilderin (GwG) in personzentrierter Psychotherapie mit Kindern und Jugendlichen und an verschiedenen Instituten tätig. Das Weinberg Institut hat das große Glück, sie seit vielen Jahren als feste Dozentin mit im Team zu haben.B4) Janek Roisch: (Non-)Direktiv? Manövrieren durch die Spieltherapie
Oft treibt uns in der Spieltherapie die Frage um, wieviel geben wir rein und wieviel geben wir Raum. Ohne feste Antworten zu finden, wollen wir im Workshop über das Verhältnis direktiver und expliziter Methoden (traumabezogene Spieltherapie, EMDR, Interventionen aus TP/VT/ST) zur nondirektivern Spieltherapie reflektieren. Janek Roisch ist als tiefenpsychologisch fundierter Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut in einer Gemeinschaftspraxis in Rotenburg (Wümme) niedergelassen. Er ist als Dozent für traumabezogene Spieltherapie für das Weinberg Institut und andere Institutionen tätig. 2025 hat er gemeinsam mit Julia Häcker die Leitung der Weinberg Institut GbR übernommen.B5) Heidi Zorzi: Dissoziative Symptome in der spieltherapeutischen Behandlung
Dissoziative Symptome bei Kindern und Jugendliche treten als Folgestörungen nach traumatischen Erfahrungen im bisherigen Lebensverlauf der Betroffenen auf. Dabei ist davon auszugehen, dass die dissoziative Symptomatik als Überlebensstrategie umso ausgeprägter ist, je früher die schädigenden Erfahrungen sattgefunden haben und je näher die schädigenden Bezugspersonen den Kindern standen, es sich also um Beziehungstraumatisierung gehandelt hat. Der Workshop befasst sich mit der Frage, wie wir zum einen dissoziative Symptome in unserer spieltherapeutischen Arbeit mit den kindlichen Klient:innen erkennen können und zum anderen, welcher therapeutische Umgang mit diesen Phänomenen hilfreich und heilsam sein könnte. Heidi Zorzi ist Dipl. Psychologin, forensische Sachverständige und niedergelassen als Kinder und Jugendlichen-Psychotherapeutin in Regensburg. Sie ist langjähriges Mitglied und organisatorisches Herzstück des Weinberg Teams (und manchmal emotionale Rettung des Leitungsteams). Sie ist Autorin des Buchs „Psychotherapie mit komplex traumatisierten Jugendlichen“ (Klett-Cotta, 2019). Mehr Informationen zu Heidi Zorzi finden sich in der Team-Vorstellung des Weinberg Instituts.
Teilnahmebedingungen
Fälligkeit der Teilnahmegebühr: Die Anmeldung wird erst mit Überweisung der Teilnahme-Gebühren wirksam. Zahlungseingang muss spätestens acht Wochen vor Seminarbeginn erfolgt sein, weil sonst Nachrücker bevorzugt werden. Wir versenden Anmeldebestätigungen per E-Mail.Teilnahmevorraussetzungen Curriculum traumabezogene Spieltherapie:
Das Curriculum der traumabezogenen Spieltherapie (tSt) setzt sich aus vier Seminaren zusammen. Die Teilnahme an den Seminaren III-V (Traumabezogenen Spieltherapie) ist an ausreichende Kenntnisse in (personenzentrierter) Spieltherapie gebunden. Diese können im Rahmen der Einführungsseminare (Seminare I/II) erworben werden, oder müssen aus anderen Aus-, Fort- oder Weiterbildungen nachgewiesen werden. Teinahmeberechtigt sind alle Personen mit psychotherapeutischer oder pädagogischer Qualifikation, die in ihren Arbeitsfeldern spieltherapeutische Methoden einsetzen können.Rücktrittsbedingungen Seminare:
Die TeilnehmerInnen können bis 6 Wochen vor Beginn der Fortbildung zurücktreten. Erfolgt der Rücktritt zwischen der 6. und 3. Woche vor Seminarbeginn, werden 50% der Seminargebühr einbehalten. Unter 3 Wochen behalten wir den gesamten Betrag ein.Rücktrittsbedingungen Symposium:
Die TeilnehmerInnen können bis acht Wochen vor Beginn des Symposiums zurücktreten. Erfolgt der Rücktritt zwischen der achten und vierten Woche vor Beginn, werden 50% der Teilnahmegebühr einbehalten. Unter vier Wochen müssen wir den gesamten Betrag einbehalten.Absage von Fortbildungen:
Die Weinberg Institut GbR behält sich vor, Seminare mit ungenügender Beteiligung bis zu sechs Wochen vor Seminarbeginn abzusagen. Bei vorliegender höherer Gewalt oder kurzfristiger Erkrankung der Dozierenden können in Ausnahmefällen kurzfristige Absagen nötig sein. In allen Fällen werden bereits bezahlte Seminargebühren in voller Höhe erstattet. Das Weinberg Institut haftet nicht für Reise- und Hotelkosten. Wir empfehlen auf passende Stornobedingungen zu achten.Absagen im Rahmen des Symposiums Trauma & Spiel:
Die Weinberg Institut GbR behält sich vor, Workshops mit ungenügender Teilnehmendenzahl bis sechs Wochen vor Beginn (im Falle von Krankheit auch kurzfristig) abzusagen. In diesem Fall bieten wir Plätze in anderen Symposiumsworkshops an. Sollten bis acht Wochen vor der Veranstaltung eine ungenügende Gesamtzahl an Anmeldungen vorliegen, behalten wir uns das Recht vor, das gesamte Symposium abzusagen. Das gleiche gilt im Fall höherer Gewalt. In beiden Fällen werden bereits bezahlte Teilnahmegebühren in voller Höhe erstattet. Die Weinberg Institut GbR haftet nicht für Reise- und Hotelkosten. Wir empfehlen auf passende Stornobedingungen zu achten.Haftung:
Die Weinberg Institut GbR setzt bei den Teilnehmer*innen voraus, dass sie eigene Gewalt-, Sexual- und Bindungstraumatisierungen in Selbsterfahrung u.ä. bearbeitet haben. Die Weinberg Institut GbR und ihre Dozierenden haften nicht für Schädigungen, durch nicht integrierte Traumatisierungen der Teilnehmer*innen. Teilnehmende versichern mit ihrer Anmeldung, dass sie über die nötige Qualifikation verfügen, um die gelehrten Methoden in ihren Wirkungsfeldern umsetzen zu können. Das Curriculum traumabezogene Spieltherapie und die weiteren Seminare der Weinberg Institut GbR ersetzen keine qualifizierende Psychotherapie-Aus- oder Weiterbildung..
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